Magenkrebs kommt vergleichsweise selten vor, trifft häufiger Männer ab dem 70. Lebensjahr und wird vielfach spät entdeckt.
Das „Magenkarzinom“ geht in ~95 % aller Fälle von der Magenschleimhaut, genauer von ihren Drüsenzellen aus, die sich ungebremst vermehren. Begünstigend wirken langjähriger Reflux und Übergewicht.
Magenkrebs: Symptome
Im Anfangsstadium sind keine oder höchstens milde Symptome spürbar, die aber auch durch andere, weniger gefährliche Krankheiten verursacht werden können. Dazu zählen:
- empfindlich Reaktion auf Kaffee, Alkohol und säurehaltiges Obst
- plötzliche Abneigung gegen Fleisch und Wurst
- Druck- und Völlegefühl vorrangig im Oberbauch
- Appetitlosigkeit und unerklärlicher Gewichtsverlust
- Verdauungsbeschwerden und schwarzer Stuhl
- Übelkeit und häufiges Erbrechen von Blut
- Schluckbeschwerden
- Bauchwassersucht
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Blässe
Einige der Symptome treten auch bei harmloseren Erkrankungen des Verdauungstrakts auf, doch dann klingen sie nach rund zwei Wochen wieder ab. Wenn das nicht geschieht, ist dringend zu einem Arztbesuch zu raten.
Früherkennung und Vorsorge gegen Magenkrebs
Ein Magenscreening als regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist unüblich, weshalb es bei dieser Krebsvariante gilt, auf die genannten Symptome zu achten. Besonders der Gewichtsverlust, der schwarze Stuhl und das Erbrechen von Blut sind sehr starke Anzeichen für ein mögliches Magenkarzinom. Da dieses vererbt werden kann, sollten Betroffene nach Fällen in der Familie forschen und bei entsprechenden Indizien und gleichzeitig auftretenden Symptomen den Arzt aufsuchen, der dann ein Magenscreening durchführen wird.
Magenkrebs: Ursachen
Es spielen offenkundig mehrere Faktoren bei der Entstehung eines Magenkarzinoms zusammen. Dazu gehören die genetische Disposition, das Lebensalter, eine Infektion mit Helicobacter pylori, die schon im Kindesalter erfolgt sein kann, Übergewicht, Rauchen und Alkohol. Die Infektion mit Helicobacter pylori ist niemals die alleinige Ursache, denn Magenkrebs ist mit nur 3,6 % unter allen Krebsarten relativ selten, während wahrscheinlich ~25 % aller erwachsenen Mitteleuropäer mit Helicobacter pylori infiziert sind. Chronische Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüre steigern das Risiko für eine Magenkrebserkrankung. Diese Krankheiten werden wiederum durch Reflux und einen ungünstigen Lebensstil (Ernährung, Rauchen, Alkohol) begünstigt. Eine seltenere Ursache ist die Typ-A-Gastritis, die zu den exotischen Autoimmunkrankheiten zählt. Bei den Ernährungsgewohnheiten stehen diese Lebensmittel im Verdacht, das Risiko für Magenkrebs zu erhöhen:
- rotes Fleisch
- Wurst
- Geräuchertes und Gegrilltes
- Gepökeltes
- hochprozentiger Alkohol und generell zu viel Alkohol
Ballaststoffe, Gemüse, säurearmes Obst und generell die Radikalfänger Betakarotin sowie die Vitamin C und E senken das Risiko in einem gewissen Umfang. Die Vererbung von Magenkrebs erscheint wegen der Häufung der Fälle in manchen Familien signifikant, wobei bislang nur das CDH-1-Gen als direkt ursächlich identifiziert werden konnte. Es könnte aber noch weitere genetische Kausalketten geben. Menschen mit dem CDH-1-Gen können schon in jüngeren Jahren an Magenkrebs erkranken, was wiederum ein äußerst seltener Fall ist.
Diagnose von Magenkrebs
Personen mit den beschriebenen Symptomen erhalten nach einer Bauchraumabtastung eine Magenspiegelung (Gastroskopie), die mit einer Kamera an einem dünnen Katheter erfolgt. Gleichzeitig wird meistens eine Biopsie durchgeführt. Die Zelluntersuchung in der Pathologie liefert dann nähere Aufschlüsse. Auch Ultraschall, Röntgen, CT und MRT können bei der Diagnostik helfen. Die Blutwerte zeigen gegebenenfall Tumormarker an (CEA, CA 72-4 und CA-19-9).
Magenkrebs: Behandlung und Heilungschancen
In der Regel wird der Tumor offen herausoperiert, was aussichtsreich ist, wenn er rechtzeitig entdeckt wird. Hierfür sollte der Krebs noch nicht metastasiert sein. In diesem Fall stehen die Heilungschancen recht gut. Die OP wird in Deutschland bei rund 60 % der Patienten durchgeführt. Die restlichen 40 % werden entweder bei einem sehr kleinen Tumor im Frühstadium per Endoskopie behandelt, was ebenfalls sehr aussichtsreich ist, oder erhalten Medikamente zur Linderung der Symptome, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat.